Was hat die Schweiz mit der EU gemeinsam?

Die Europäsche Union (EU) ist in den letzten Jahren ziemlich gewachsen und zählt heute 27 unabhängige Staaten. Weitere werden dazukommen. Die Schweiz zählt heute 26 Kantone (Halbkantone mitgerechnet). Ein gute Ausgangslage, um ein paar geschichtliche Gemeinsamkeiten aufzuzeigen.

Der Ursprung

Die Schweiz hat Ihren Usprung 1291 als sich die drei Kantone Uri, Schwyz und Unterwalden (heute Ob- und Nidwalden) mit einem Bundesbrief verbanden. Die EU hat Ihren Ursprung 1951 als sich die Staaten Belgien, Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande in der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl zusammenschlossen. Der Grund war bei beiden gleich, es ging um die eine stärkere Position in der jeweiligen Weltpolitik.

Die erste Wachstumsphase

Das Bündnis der alten Eidgenossenschaft, der 3 Waldstätte wuchs in den folgenden 330 Jahren um weitere 10 Partner zu. Der lose Staatenbund im Herzen von Europa hatte an Grösse gewonnen und konnte nicht mehr von den umliegenden Mächten ignoriert oder einfach überrollt werden. Mit der Reformation, beginnend 1516, war die Wachstumsphase vorbei.

Die EU wuchs in nur 35 Jahre von 6 Staaten auf 12 Staaten und integrierte in dieser Zeit 3/4 von Westeuropa in den Staatenbund.

Der Umbruch von aussen

Die Reformation ab 1516 bis 1712 mit Zwingli in Zürich und Calvin in Genf spaltete die Kantone in katholische und reformierte Gebiete auf. Religion stand im Vordergrund.

Mit der Wende 1988 der DDR und der Auflösung des Ostblocks änderten sich die Grundfesten der EU. Plötzlich war eine grosse Bedrohung weg und gesamte Weltbild änderte sich.

Die Integration

Um 1800 dank der Franzosen unter Napoleon zu einem modernen Staat umgebaut. Der Schweizer Franken wurde in der ganzen Schweiz eingeführt, die erste Verfassung wurde geschrieben und alle Gebiete wurden gleichgestellt.

1995 bzw 2002 führte die EU den Euro in den meisten Ländern ein, das Schengener Abkommen baute die Personengenzkontrollen ab und versuchte eine Verfassung einzuführen.

Weiteres Wachstum

Die Schweiz wuchs nicht mehr, obwohl 1919 das Vorarlberg sich als weiteren Kanton anbot. 1979 spaltete sich der Kanton Jura vom Kanton Bern ab. Das sich Liechtenstein mal an die Schweiz anschliesst, bezweifle ich.

Durch den Mauerfall hatten plötzlich die Staaten in Osteuropa die Möglichkeit der EU beizutreten. Innert 15 Jahren nach der Wende traten 12 neue Staaten der EU bei. Die EU verdoppelte fast die Zahl der Staaten auf 27.

Wohin steuert die Schweiz und wohin die EU?

In Europa sind weitere Beitritte an die EU geplant. Es bleiben aktuell nur noch wenige Europäische Staaten, die weder in der EU sind, noch nicht beitreten wollen und den Euro nicht als offizielle Währung nutzen. Das sind:

Die Schweiz hat eine Stabilität erreicht, die einmalig in der Welt ist. Direkte Demokratie, Freiheit, Wohlstand sind Errungenschaften auf die wir nicht verzichten wollen.

Fazit

Was die Schweiz in 700 Jahren hat die EU in 60 Jahren geschaffen. Die Schweiz hat Ihren „idealen Zustand“ erreicht und integriert auch heute noch, aber wächst nicht mehr an Gebiet. Die EU ist noch im Wachstum begriffen und wird den „idealen Zustand“ erst in wenigen Jahrzehnten erreichen. Die EU kann vieles von der Schweiz lernen, wenn Sie die Schweizer Geschichte betrachtet.

Zum Abschluss

Die Verflechtung mit der EU steigt praktisch täglich. Je grösser die EU wird, desto weniger relevant, wird die Schweiz für die EU. Bereits heute ist das Verhältnis EU Schweiz (27:1) mit dem Verhältnis Schweiz Liechtenstein (26:1) vergleichbar, in Bevölkerungsrelationen: 497 Mio Einwohner in der EU zu 7.6 Mio Einwohner in der Schweiz zu 36 000 Einwohnern in Liechtenstein.

Wie relevant sind die Liechtensteiner für uns?

Bruno

2 Kommentare »

  1. Rustawa sagte

    Es interessiert mich, seit wann gehört Kasachstan und Russland zu Europa?

  2. vanija sagte

    Gute Frage. Die Grenze zwischen Europa und Asien bildet das Uralgebirge. Sowohl Russland, wie auch Kasachstan, wie übrigens auch die Türkei, liegen auf beiden Kontinenten.
    Kasachstan hat nur einen kleinen Teil, eine kleine Ecke, in Europa und betrachtet sich selber eher auf dem asiatischen Kontinent. Moskau, die russischen Hauptstadt liegt östlich des Urals und damit in Europa, und ich würde sagen, das die Russen sich je nach Ort als Europäer oder Asiaten sehen. In der Türkei teilt der Bosporus Istanbul, die alte Hauptstadt in einen europäischen und einen asiatischen Teil.
    Die Türkei, aktueller Beitragskandidat für die EU, ist etwa gleich europäisch wie Russland und Kasachstan, wenn die Kontinentsgrenze als Hürde betrachtet wird.

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