Vor kurzem ist die Studie Mach Basic 2008-1 der WEMF AG publiziert worden. In der Mach (Markt Analyse Schweiz) werden die Leserzahlen der Schweizer Printlandschaft erforscht und für die Planung der Medienpläne für die Werbekampagnen zusammengefasst. Ein paar Angaben dazu:
- Grundlage für die aktuellen Zahlen ist die Befragung die zwischen Oktober 2006 und September 2007 durchgeführt wurden. Publikation war 25. März 2008.
- Die Mach Basic 2008-1 erfasste nur knapp 400 der total geschätzten 5000 Printerzeugnisse der Schweiz, weil die Teilnahme an der Studie nicht ganz billig (bis zu mehreren CHF 10′000.-) ist und mehrere Bedingungen wie z.B. Erscheinungshäufigkeit daran geknüpft sind.
- Mach Basic ist die Grundlagenstudie der Schweizer Printlandschaft, die Bibel der Printplaner der Werbekampagnen.
- Neben der Mach Basic gibt es noch weitere Studien im Printbereich; die wichtigsten sind, die darauf aufbauende Studie Mach Consumer und die Beglaubigung der Auflage. Beide auch von der WEMF.
- Logischerweise sind vor allem die grossen bekannten Titel, die vor allem von den grossen Medienkonzernen herausgegeben werden, in der Mach Basic enthalten.
- Die Mach Basic deckt schätzungsweise 2/3 des gesamten Printlesermarktes ab.
Die Mach Basic zeigt in dieser Ausgabe 2008-1 die Veränderung der Printmedienlandschaft auf, die sich die wenigsten vor 5 oder 10 Jahren vorstellen konnten:
- Jeder dritte Leserkontakt ist eine Gratiszeitung. Tendenz weiter steigend.
- Fach und Special Interest Presse haben es immer schwerer im Markt, wird immer weniger gelesen.
- Die einzelnen Teilmärkte fragmentieren sich zunehmend. Der Sonntag wird regionaler z.B. Südostschweiz, Gratiszeitungen werden themenspezifischer z.B. Cash daily
- Kleinanzeigen sind nur noch ein Service, aber kein Business mehr. Diese sind praktisch ganz ins Internet gewandert. Wer sucht schon im Tagi eine Wohnung?
- Die sich ständig ändernden Titel machen die Vergleichbarkeit immer schwieriger: Punkt.ch und News sind neue Titel bei den Gratiszeitungsen innerhalb eines Jahres.
Ich würde dazu noch behaupten, dass
- die Konzentration bei Zeitunglesen nachgelassen hat, ist nur noch eine Nebenbeschäftigung beim Zugfahren, TV-Schauen, SMSlen, etc.
- die Gesamtzahl der Leser sogar zugenommen hat, dank der immer grösseren Verfügbarkeit der Zeitung. Sie ist bereits im Tram, etc.
- immer mehr Nischentitel aus dem Low-Cost Bereich auf den Markt kommen. Diese sind erfolgreich in Ihrer Nische, haben aber einen kurzen Lebenszyklus und sterben genaussoschnell, wie sie geboren werden. Ursache, es ist einfacher einen Titel auf den Markt zu werfen.
- die Kombination von Internet & Print für Special Interest & Fachthemen ist der Schlüssel zum Erfolg. Internet für Suche, Tipps, Rankings, Diskussion, Newskurzfutter und Print für Reportagen, Bildwelten, Hintergrundberichte und natürlich Anzeigen.
- Titel im Top-Segment wie das DU, Hochparterre, Vinum, etc bald eine Renaissance erleben werden, weil es IN ist, diese zu lesen. Das Lesen dieser Lektüren wird zum Genuss.
Ich finde es spannend zu sehen, wie sich Trends abzeichnen und bin gespannt, ob meine Einschätzung richtig ist.
Als Abschluss noch eine kleine Anekdote zur Mach Basic:
Es gab einmal das Magazin „SexAnzeiger“, dieser hatte weniger Leser als verkaufte Auflage. Anscheinend sagen Leser bei der Befragung nicht immer ganz die Wahrheit und der Blick hat vielleicht ein paar Leser währen die NZZ ein paar Leser weniger hat.



