Archiv für Gesellschaft

Trendwatching.com – monatliche Trendcases per Newsletter

Für jeden Marketeer sind Trends wichtig und diese zu erkennen gar nicht so schwierig. Einfach Augen offen halten und Neugierig sein. Jeder kann Trendscout sein und Trends erkennen. Sogar ich.

Reinier Evers von Trendwatching.com hat sich genau diese Idee zu seinem Business Modell gemacht. Über 8000 Trendscouts, die gegen kleine Geschenke, tagtäglich Neues aus der ganzen Welt via Mail in die Zentrale nach Amsterdam melden, erlauben Trendwatching.com einen monatlichen Trendreport genannt Briefing tonnenweise mit konkreten Beispielen via Newsletter zu versenden, was wiederum neue Trendscouts, neue Leser und damit neue Kunden bringt. Das perfekte Beispiel für Crowdsourcing.

Der aktuelle Newsletter zeigt, wie persönliche Geschichten zur Marke die Kunden zu Insidern machen und damit zu Markenbotschaftern. Empfehlungsmarketing vom feinsten. Unbedingt den Newsletter abonnieren.

Ich hatte schon zweimal Gelegenheit Reinier Evers bei einer Präsentation zu erleben. Wow, der ist gut. Er zeigt mit wenigen ausgezeichneten Charts, worum es bei Trends geht, vor allem wie einfach man Trends erkennen kann. Sehr empfehlenswert. Leider habe ich keine öffentliche Präsi oder Film gefunden.

Prädikat: sehr empfehlenswert.

Übrigens, ich gehöre seit heute auch zu seinen über 8000 Trendscouts.

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Wir Reichen in der ersten Welt, die Armen in der dritten Welt.

Es gibt die erste und die dritte Welt. Ob es die zweite Welt gibt, bin ich mir nicht sicher. In der ersten Welt leben wir, die Europäer und die Amis. Wir haben einen hohen Lebenstandard, werden alt und haben wenig Kinder. In der dritten Welt, hauptsächlich Afrika, etwas Asien und Südamerika. Die haben einen tiefen Lebenstandard, erleiden Hunder, sterben und haben viel zu viele Kinder. Das war das Bild, das ich in der Schule vor 20 Jahren gelernt und immer wieder wieder durch die Medien und im Gepräch bestätigt sah.

Hans Rosling zeigt in uns in einer der besten Präsentationen, die ich je gesehen habe, wie die Welt wirklich ist.

Gapminder.org ist in der Zwischenzeit online (Google sei Dank) und jeder kann seine eigenen Achsen definieren und lernen wie die Welt wirklich ist. Auch hat Hans Rosling nochmals am TED präsentiert, wie immer ein Erlebnis, auch wenn es nur Youtube ist.

Absolut sehenswert und hyperinformativ.

Bruno

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1 Dollar ist 1 Franken – ein paar Gedanken

Für 1 Dollar bekommen wir heute 1 Franken, vor 2 Jahren waren es noch 1.30 Franken. Wir haben noch nie soviel Dollar für einen Franken bekommen.

Bildquelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:USDCHF_Kurs.png

Was hat das für Auswirkungen?

  • Obwohl der Ölpreis so hoch wie schon lange nicht mehr ist, ist unser Benzin zahlbar.
  • Reisen in die USA sind Schnäppchen.
  • Direkt importierte Produkte oder Dienstleistungen aus der USA sind billig.
  • Unsere Produkte und Dienstleistungen sind entweder zu teuer in USA oder wir schreiben Währungskursverluste.
  • Die Exporte aus den USA werden sicher mehr werden, was für die USA gut ist.
  • Die Importe in den USA werden weniger werden.

Das ist nachvollziehbar. Aber warum werden amerikanische Marken bei uns nicht billiger? Ein paar Beispiele:

Nike – Amerikanische Sportbekleidungsmarke.

Nike produziert heute hauptsächlich in Asien und zahlt ziemlich sicher in der lokalen Währung, d.h. die Produktionskosten gehen hoch. Sie verkaufen in den USA zum gleichen Dollarpreis wie bis anhin und machen daher Verluste, können diese aber mit dem für Nike teureren Verkauf in Europa kompensieren. Die Europäer kompensieren also die höheren Kosten der Produktion. Das ist natürlich sehr stark vereinfacht, aber es erklärt warum die amerikanischen Produkte nicht günstiger werden können.

Apple – amerikanischer Computerhersteller und Musikvertrieb!

Apple produziert wie praktisch alle Computerhersteller in Asien z.B. China, Taiwan, Vietnam, etc. und der tiefe Dollar erhöht die Produktionskosten. Der gleiche Mechanismus wie bei Nike. Nicht ganz, da Apple immer mehr in das Musik und Filmgeschäft steigt. Musik und Film werden heute in der westlichen Welt hauptsächlich in den USA produziert. Mit der Folge das Apple im Gegensatz zu Nike mehrere „Produktionstandorte“ hat und damit die Währungsrisiken minimieren kann.

BMW, Mercedes, Audi, VW, Toyota, Nissan, etc.

Die deutschen und japanischen Hersteller haben bereits vor Jahren teilweise vor Jahrzehnten angefangen die Autos in den USA zu produzieren. Die Japaner hauptsächlich um die Zölle zu umgehen und die Europäer, um 1. näher am Markt zu sein und 2. um die Kursschwankungen zu reduzieren. Durch die Verteilung der Produktion auf Europa, Japan und USA können sie Währungschwankungen immer schon ausgleichen und minimieren das Risiko.

Schweizer Maschinenindustrie

Die Schweizer Maschinenindustrie, die im Moment volle Auftragsbücher hat, muss um die Aufträge aus den USA bangen. Aktuell kostet eine Schweizer Maschiene etwa 30% mehr als vor 2 Jahren, nur durch den tiefen Dollar verursacht. Der Verkauf von Schweizer Maschinen in die USA wird sehr hart. Vielleicht werden sogar Aufträge storniert.

Fazit: Bei einem tiefen Dollar profitieren die einen, während die anderen verlieren. Aber wenn der Dollar weiter so fällt, dann steigt die Zahl der Verlierer massiv an und das System bricht mit heftigen volkswirtschaftlichen Folgen. Im Moment wird es noch ziemlich gebogen, es hat zwar schon die ersten Risse. Das ist nicht gut.

Bruno

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Trau keinem Politiker

Gestern abend zeigt das Schweizer Fernsehen den Dok Film „Bomben für den Frieden – Wie amerikanische Präsidenten Kriege rechtfertigen„. Der Dokfilm zeigt wie Fakten verdreht und sogar gelogen wird, um einen Krieg zu rechtfertigen.

Hier der Trailer, leider hat das SF den Film noch nicht online gestellt.

Am 15. März 2008 um ca. 13.10 Uhr auf SF1 folgt die Wiederholung.

Das ganze erinnert mich an die Filmsatire „Wag the Dog“ von 1997. Sehr empfehlenswert.

Ich denke nicht, dass unsere Schweizer Politiker und Medien besser sind.

Bruno

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Die Mäuse-Strategie angewandt: Appartements Santé in Heiden AR

Die Mäuse-StrategieDie Mäuse-Strategie ist ein kleines Buch von Spencer Johnson. Es geht um Veränderungsmanagement (Change Management) und gehört zu den absoluten Musts für jeden. Nur 116 Seiten und gross geschrieben. Nun zur Story:

Seit 32 haben meine Eltern ein Hotel in Heiden. Seit 32 Jahren leben meine Eltern von den Gästen, die im Haus übernachten, sei es für eine Nacht oder mehrere Monate. Seit 32 Jahren hören meine Eltern auf die Kundenwünsche und entwickeln das Business Modell weiter, ohne je stehen zu bleiben. In diesen 32 Jahren wurde das Haus 3x mal umgebaut und auf die neuen Bedürfnisse ausgerichtet. Heute betreiben meine Eltern das Haus mit einem Konzept, das einzigartig in der ganzen Region ist. Aber fangen wir vorne an:

Hotel Garni Santé (1976 – 1983) ohne WC/Dusche

1976 übernahmen meine Eltern das bestehende Hotel Garni Santé. Ich kann mich gut an den Umzug erinnnern. Wir boten nur Zimmer mit Frühstück, kein Mittag- oder Abendessen. Wir hatten 13 Zimmer und 20 Betten. 3 Zimmer hatten ein eigenes WC/Bad zum Preis von CHF 35.- pro Nacht. 8 Zimmer hatten ein Lavabo (= Waschbecken) und ein Stockwerk Bad und WC zum Preis von CHF 25.- pro Nacht. Die Zimmer ohne eigenes Bad/WC liessen sich viel einfacher vermieten, als die Zimmer mit Bad. Es war den Kunden zu teuer und das tägliche Duschen war noch nicht üblich.

Hotel Garni Santé (1983 – 1995) mit WC/Dusche

Gegen 1980 änderten sich die Wünsche und die Zimmer mit eigenem WC/Bad wurden viel mehr nachgefragt, während die Zimmer mit Stockwerkbad unvermietbar wurden. Die Auslastung fiel auf 30%.

1983 bauten wir das komplette Haus um. Wir waren eines der ersten Hotels in der Region, die jedes Zimmer mit eigener WC/Dusche austattete. Die Anzahl Zimmer blieb mit 13 und die Zahl der Betten mit 20 gleich, obwohl jedes Zimmer nun seine eigene WC/Dusche hatte. Nur so konnten wir das Hotel wieder rentabel führen. Es kamen die goldenen Jahre, da mit der Rosenbergklinik, vor allem dank dem Augenarzt, die Zahl der Gäste sich in Heiden vervielfachte. Wir erreichten die traumhafte Auslastung von 90%.

Apparthotel Santé (1995 – 2004)

1989 ging der Augenarzt nach Österreich. Ab 1991 reduzierte sich der Tourismus in der Region massiv und unser Hotel leerte sich wieder. Wir suchten Alternativen und realisiersten das Ferienwohnungen vor allem in Wintersportorten mehr Leistung (Kochnische) zu einem besseren Preis (günstiger, da weniger Service) boten und auch in der Region mehr Ferienwohnung aus dem Boden schossen. Der Low-Cost Tourismus wurde populär.

1995 (1.5 Jahre nach Einreichen der Bewilligung) bauten wir die Zimmer in Wohnungen bzw. Studios um. Trennwand zwischen 2 Zimmern raus, eine der beiden WC/Duschen durch Kochnische ersetzen, und fertig waren 7 Ferienwohnungen und 12 Betten statt 13 Zimmern und 20 Betten. Ferienwohnungen haben tiefere Kosten, so dass wir dank tieferen Fixkosten schneller rentabel waren. Wir konnten die Auslastung wieder auf 80% steigern und hatten die Krise überwunden.

Appartements Santé (2004 bis heute)

Ab 2002 wurden Ferienwohnungen immer weniger nachgefragt und wir hatten vereinzelt Wohnungen über mehrere Monate fest vermietet.

Wir sahen die Zukunft in diesen festen Vermietungen und hatten Glück, das 2004 die Zonenordnung in Heiden angenommen wurde und wir das Haus nicht mehr reinen touristischen Zwecken unterzuordnen hatten. Wir setzten das 2-Säulen Konzept um:

  • einerseits möblierte Wohnungen ab 2 Monaten Miete mit kurzer Kündigungsfrist und zweiwöchentlicher Reinigung inklusive für Dauermieter.
  • andererseits eine Ferienwohung mit mittlerem Standard, die wir 2005 aus dem Gemeinschaftsräumen im Parterre bauten.

Die Kunden kommen hauptsächlich über unsere Homepage, die wir für Feriengäste in 4 Sprachen führen. Wir versuchen die Wünsche unserer Kunden zu erfüllen und bieten heute z.B.:

  • Wäscheservice mit Aufpreis
  • Gratisparkplatz
  • Briefkasten
  • Internetzugang mit Aufpreis

Wir erreichen heute eine Auslastung von 80% und sind mit dem Geschäftsgang sehr zufrieden.

Was hat da nun mit der Mäuse-Strategie zu tun?

Etwa alle 10 Jahre ging uns der Käse aus und wir hatten die Wahl zu warten, bis der Käse wieder kommt (was er sowieso nicht macht) oder uns der Veränderung zu stellen und einen neuen Käsevorrat zu suchen.

Also 2015 ist es wieder soweit und ein neues Konzept wird fällig. Vielleicht ist es dann Zeit für eine Kommune, wie in den späten 60igern.

Bruno

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Nutzung von Web 2.0 Anwendungen in der Schweiz

Styropor.digital hat gemeinsam mit konsumfreu(.)de unterstützt durch web2com eine Online-Umfrage zum Thema Web 2.0 gemacht. Die Resultate sind beindruckend. Web 2.0 ist nicht mehr nur ein Begriff unter Insidern, sondern hat bereit ein ziemlichen Bekanntheit erreicht.

Hier eine Tagwolke (Stichworte, je grösser desto häufiger, desto wichtiger) zum Begriff Web2.0.(via Wikipedia)

Web 2.0 verändert die klassische Rollenverteilung von Produzenten und Konsumeten zum Prosumer, wo der einzelne sowohl Produzent wie auch Konsument in einem ist. Ich denke, das im Web2.0 Möglichkeiten enthalten sind, die aus dem Internet in die reale Überschwappen werden. Aber dazu ein ander Mal.

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Buchtipp am Freitag: The Trusted Advisor

The Trusted AdvisorVor ein paar Tagen habe ich die Vertrauensformel im Blog erwähnt. Das Buch „The Trusted Advisor“, übersetzt der Berater des Vertrauens, ist die Quelle dieser Formel. Die Autoren zeigen auf, was der Unterschied zwischen einem normalen Berater und einem Berater des Vertrauens ist. Der Berater des Vertraues achtet in erster Linie auf das Wohl des Kunden. Um das Vertrauen des Kunden zu gewinnen, hilft dieser Prozess:

  1. Engaging (Dabei sein)
  2. Listening (Zuhören)
  3. Framing (Strukturieren)
  4. Alternate Reality (Alternativen zeigen)
  5. Commitment (Verpflichtung)

Ich habe das Buch leider noch nicht gelesen und es liegt auf meinem Nachttisch. Aber Getabstract liefert eine sehr gute Zusammenfassung.

  • Taschenbuch: 224 Seiten
  • Verlag: Free Press; Auflage: New Ed (2. Januar 2002)
  • Sprache: Englisch
  • ISBN-10: 0743207769
  • ISBN-13: 978-0743207768
  • Link zu Amazon

Viel Spass

Bruno

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Deutsche, Italienische und Schwedische Autos und andere Märchen

Ich habe lange in der Automobilindustrie gearbeitet und habe mich mit der Identität der Marken auseinandergesetzt. Automarken stammen aus einem Land. Es gibt deutsche, italienische, schwedische Automarken, das stimmt, aber das alle Autos da auch produziert werden, ist ein Märchen.

Autoproduktion ist für mich das beste Beispiel für die Arbeitsteilung und Globalisierung der Produktion. Ein paar Beispiele:

Saab stammt aus Schweden:

  • Alle Modelle ausser das 9-3 Cabriolet werden in Trollhätten in Schweden gebaut.
  • Das 9-3 Cabriolet wird in Österreich, genauer in Graz bei Magna Steyr gebaut.
  • Das Vorgängermodell des 9-3 Cabriolets wurde in Finnland bei Valmet gebaut.
  • Der 9-3 hat sehr viel Teile gemeinsam mit dem Opel Vectra. Ist eigentlich logisch, da beide Marken zu General Motors gehören.
  • In Trollhätten wird übrigens auch der Cadillac BLS gebaut, der wiederum sehr viele Teile und sogar Motoren vom Saab 9-3 hat.
  • Die Saab 1.9l Dieselmotoren sind fast dieselben wie bei Opel und wurden gemeinsam mit Fiat entwickelt.
  • Ein grosser Teil der Diesel-Einspritzpumpen sind dieselben für Saab, Opel, Fiat, BMW, Mercedes und stammen von Bosch. Es gab mal einen Rückrufaktion von Bosch, wo fast alle europäischen Marken davon betroffen waren.

BMW stammt aus Deutschland

  • 3er, 5er und 7er werden in Deutschland hergestellt
  • X5 und Z4 werden in den USA gebaut
  • X3 bei Magna Steyr in Graz, wie das 9-3 Carbiolet von Saab.
  • Der MINI in Oxford, wo er seit knapp 50 Jahren produziert wird. Der MINI ist aber ein englisches Auto und nicht ein Deutsches.
  • BMW baut in China, Südafrika, USA und montiert heute noch in Thailand, Malaysia, Russland, Ägypten, Indonesien und Indien.

Mit MINI gabs vor etwa 7 Jahren eine witzige Geschichte. Beim Zoll muss immer das Ursprungsland angeben werden, auch bei Autos. Die ersten MINI hatten einen Benzinmotor, der in einem Joint Venture von BMW & DaimlerChrysler genannt Tritec in Curitiba Brasilien produziert wurde. Aus Versehen wurde dem Schweizer Zoll mitgeteilt, das der MINI zwar aus Oxford, der MINI Motor aus Brasilien stamme. Der Zoll nam als Urspungsland nun Brasilien für den MINI an und der Importzoll war plötzlich etwa 10x höher als geplant. Zum Glück konnte das mit dem Zoll geklärt werden.

Fazit: Genau genommen gibt es heute also nur noch Weltautos. Aber das will ja niemand. Das Auto ist ein stark emotionales Produkt, wo der Charakter des „Ursprungslandes“ ein wichtiger Bestandteil der Marke ist. Wer würde schon einen chinesischen BMW zu gleichen Preis wie einen deutschen BMW kaufen?

Ähnlich ist es bei den meisten Produkten heute. Wie gross ist wohl der Anteil, der in der Schweiz produzierten Teile für Uhren, die ein Swiss Made tragen? 100%? 80%? 60%? 51%? weniger?

Hier die Antwort.

Bruno

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Vertrauen als Formel?

Beim Vortrag von Gunter Dueck bin ich auf die Formel für Vertrauenswürdigkeit gestossen. Die lautet:

Vertrauenswürdigkeit = (Glaubwürdigkeit+Zuverlässigkeit+Vertrautheit)/Selbstorientierung

Beispiel: mein Verhältnis zu meinem Vermieter der Familie Schwarzenbach

  • Glaubwürdigkeit: ich sage, wenn etwas nicht stimmt, ohne es zu übertreiben: 6
  • Zuverlässigkeit: ich zahle pünktlich die Miete: 9
  • Vertrautheit: ich wohne seit 2 Jahren hier und mit fast allen per Du: 8
  • Selbstorienterung: ich versuche nicht zuviel Lärm zu machen und feiere selten zuhause: 4
  • Ergibt nach obiger Formel: (6+9+8)/4=knapp 6

6 ist nicht unbedingt ein Superwert. Ich müsste weniger Selbsorientierung haben, z.B. ne 2 da haben, so hätte ich eine 12.

Der stärkste Hebel liegt also in der Selbstorientierung, nicht an den eigenen Vorteil, sondern an den Vorteil der anderen denken.

Im professionellen Umfeld kann das Bewusstsein dieser Formel die Beziehung Kunde & Lieferant massiv beeinflussen. Vor allem die Vertrautheit fehlt heute an vielen Orten und man hat immer den Eindruck, der andere sei auf den eigenen Vorteil aus und ziehe einem über den Tisch. Der Lieferant wird zum Partner, wenn er die Formel instinktiv anwendet.

Mehr zu diesem Thema im Buch „The Trusted Advisor“ im nächsten Buchtipp.

Kann übrigens auch in Beziehungen angewendet werden? Und wie siehts aus?

Bruno

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